ADHS und die Pubertät: Was Eltern von Grundschulkindern schon jetzt wissen sollten
Die Pubertät scheint noch weit weg – doch manche Weichen, die diese Zeit später erleichtern, werden schon in der Grundschulzeit gestellt.
ADHS verändert sich – es verschwindet aber selten einfach
Lange hielt sich der Mythos, ADHS „wachse sich aus“. Die Forschung zeichnet ein differenzierteres Bild: Studien von Biederman und Kolleg:innen sowie von Barkley und Kolleg:innen zeigen, dass ein erheblicher Teil der Kinder mit ADHS auch im jungen Erwachsenenalter noch klinisch relevante Symptome oder zumindest deutliche funktionelle Einschränkungen aufweist.
Was sich verändert, ist eher das Erscheinungsbild:
Diese Verschiebung wird auch in den offiziellen Diagnosekriterien berücksichtigt: DSM-5 und ICD-11 erkennen ausdrücklich an, dass sich die Symptomatik im Lebensverlauf verändern kann, ohne dass die zugrundeliegende Störung verschwindet.
Warum die Pubertät zur Belastungsprobe wird
Für Jugendliche mit ADHS kommen in der Pubertät mehrere Herausforderungen zusammen: der Wechsel zur weiterführenden Schule mit neuen Lehrkräften und weniger festen Bezugspersonen, hormonelle Umbauprozesse, die die Emotionsregulation zusätzlich belasten, und die alterstypische Ablösung von den Eltern, die auf ein Nervensystem trifft, das ohnehin mit Selbststeuerung kämpft.
Was du als Elternteil eines Grundschulkindes jetzt schon tun kannst
Quellen
- Biederman, J. et al. (2000). Persistence of attention-deficit/hyperactivity disorder. American Journal of Psychiatry, 157, 816–818.
- Barkley, R. A. et al. (2002). Developmental trajectories of ADHD. Journal of Abnormal Psychology, 111, 279–289.
- American Psychiatric Association: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5th Edition (DSM-5).